So schaffst auch Du die TYPO3-Editor-Zertifizierung

Auf dem Titelbild ist das Zertifizierungs-Badge für den TYPO3-Editor groß vor einem orangen Hintergrund

Uff, geschafft! Seit Kurzem darf ich mich zertifizierte TYPO3-Editorin nennen. Nach langem Lernen und mit einer gehörigen Portion Respekt vor der Prüfung habe ich mich schließlich doch getraut, mich ganz kurzfristig für die Online-Prüfung anzumelden und sie dann einfach durchgezogen.

Als es hieß, dass es sinnvoll wäre, die TYPO3-Editor-Zertifizierung zu machen, dachte ich zunächst: „Ja klar, passt schon.“ Dann habe ich angefangen, mich mit dem Syllabus zu beschäftigen. Ehrlich gesagt fühlte sich das erst einmal wie ein riesiger, steiler Berg an. Also musste ich meinen eigenen Weg nach oben finden.

Damit sich dieser Weg für Dich nicht ganz so steil anfühlt, möchte ich meine Erfahrungen und Erkenntnisse teilen.

1. Arbeite den aktuellen Syllabus gründlich durch

Ich bin den Syllabus wirklich Punkt für Punkt durchgegangen, Thema für Thema, Lernziel für Lernziel. Dafür habe ich die verlinkten Dokumentationen gelesen, selbst recherchiert und nach praktischen Beispielen gesucht.

Besonders hilfreich war für mich KI beim Zusammenfassen der Inhalte. Mit Perplexity habe ich mir zu jedem Lernziel die wichtigsten Informationen strukturieren lassen. Dabei habe ich immer wieder erwähnt, dass ich mich gezielt auf die TYPO3-Editor-Zertifizierung vorbereite, damit die Antworten möglichst passend sind.

Ein wichtiger Hinweis: Sobald eine neue TYPO3-Version erscheint, wird früher oder später auch der Syllabus angepasst – und damit ändern sich auch die Prüfungsfragen. Deshalb solltest Du immer mit der aktuellen Version lernen.

TYPO3 CMS Certified Editor (TCCE) - TYPO3 CMS 

2. Versuche, die Inhalte wirklich zu verstehen

Auswendiglernen allein reicht meiner Meinung nach nicht aus.

Wenn ich etwas nicht verstanden habe, habe ich mich damit so lange beschäftigt, bis ich zumindest ein gutes Grundverständnis dafür entwickelt hatte. Manchmal braucht es einfach eine andere Erklärung oder einen frischen Blickwinkel. Oft fehlt nur ein kleines Puzzleteil, bis plötzlich der Aha-Moment kommt.

3. Übe direkt im TYPO3-Backend

Ein großer Teil der Prüfung dreht sich um das Backend. Deshalb solltest Du Dich wirklich durch alle Module klicken und ausprobieren.

  • Wo findest Du welche Funktionen?

  • Welche Einstellungen gibt es?

  • Welche Auswirkungen haben sie?

  • Wie sehen unterschiedliche Darstellungen aus?

Am besten lässt Du Dir dafür eine möglichst "saubere" Testumgebung einrichten – also ohne viele kundenspezifische Erweiterungen oder Einschränkungen. Dafür eignet sich das TYPO3 Introduction Package sehr gut.

The Official TYPO3 Introduction Package (introduction) 

4. Mach Dir einen realistischen Lernplan

Ich habe versucht, wöchentlich ein Thema zu bearbeiten. Das hat nicht immer funktioniert, war aber ein gutes Ziel. Um das Lernen im Alltag nicht aus den Augen zu verlieren, habe ich mir jede Woche einen festen Termin im Kalender geblockt.

Ab dem Zeitpunkt, an dem ich wirklich konsequent gelernt habe, hat es ungefähr neun Monate gedauert, bis ich mich bereit für die Prüfung gefühlt habe.

Vielleicht hast Du ein TYPO3-Event im Blick? Dann kann das ein schönes persönliches Ziel sein, auf das Du hinarbeitest.

5. Lerne auf Englisch

Die komplette Prüfung findet auf Englisch statt. Das war für mich ehrlich gesagt einer der Punkte, vor denen ich den größten Respekt hatte.

Mein Tipp: Bereite Dich von Anfang an auf Englisch vor. Begriffe, die Du nicht kennst, kannst Du in Ruhe nachschlagen. So gewöhnst Du Dich an die Fachsprache und verbesserst ganz nebenbei auch noch Deine Englischkenntnisse.

6. Wiederholen und testen

Nachdem ich alle Themen einmal durchgearbeitet hatte, ging es ans Wiederholen. Die ersten Kapitel lagen schließlich schon einige Monate zurück.

Zunächst nutzte ich KI, um die Inhalte noch einmal kompakt zusammenzufassen und Wissenslücken zu schließen. Inspiriert vom inoffiziellen Fan-Projekt TYPO3 v13 Backend Editor Quiz (Unofficial Fan Project) habe ich anschließend gemeinsam mit Claude ein eigenes Prüfungsquiz aufgebaut. Für jedes Thema aus dem Syllabus entstand ein Modul mit 10 bis 15 Fragen. Zu jeder Frage gibt es vier Antwortmöglichkeiten, von denen eine bis drei richtig sein können. So konnte ich gezielt einzelne Themen üben oder alle Module hintereinander durchspielen.

Zusätzlich habe ich eine Prüfungssimulation erstellt, bei der zufällig 60 Fragen aus allen Modulen zusammengestellt werden. Dadurch hat das Lernen irgendwann sogar richtig Spaß gemacht.

Den Prompt, mit dem Du Dir auf Basis Deiner eigenen Unterlagen ebenfalls so ein Quiz erstellen kannst, erhältst Du hier als PDF.

Prompt Zertifizierungs-Quiz-Trainer 

7. Melde Dich einfach zur Prüfung an

Irgendwann kommt der Punkt, an dem man sich einfach trauen muss.

Wenn Du den Stoff durchgearbeitet, wiederholt und geübt hast, dann melde Dich an. Falls Du die Möglichkeit hast, die Zertifizierung auf einem TYPO3-Event abzulegen, nutze sie. Ansonsten funktioniert die Online-Prüfung ebenfalls sehr gut.

8. Keine Angst vor der Online-Prüfung

Vor der Organisation der Online-Prüfung war ich ehrlich gesagt ziemlich gespannt, wie das alles ablaufen würde.

Nach der Anmeldung über Deinen TYPO3-Account wirst Du zu ProctorU weitergeleitet. Dort findest Du alle Informationen zu den technischen Voraussetzungen.

Ich habe mir extra einen separaten Prüfungsbenutzer auf meinem Rechner eingerichtet, damit die Desktop-Oberfläche möglichst aufgeräumt ist und es keine Beanstandungen gibt. Dort habe ich nur den benötigten Browser installiert und vorher alles ausführlich getestet. Praktischerweise konnte ich außerdem ein leerstehendes Zimmer im Büro nutzen.

Vom eigentlichen Prüfungstermin bis zum Start der Prüfung solltest Du ungefähr 30 bis 45 Minuten einplanen.

Zunächst kommunizierst Du per Chat mit einem Proctor. Bei mir lief das alles sehr freundlich und unkompliziert ab. Ich musste mich ausweisen, einige Systemeinstellungen wurden überprüft und ich musste mit der Webcam einmal den gesamten Raum zeigen. Sobald alles geprüft war, bekam ich die Freigabe und konnte starten.

Das Beste: Als ich nach der Prüfung wieder an meinem normalen Arbeitsplatz war, lag das Ergebnis bereits in meinem Postfach.

Mein größtes Learning aus der Prüfung

Es war zwar keine Eins mit Sternchen, aber ein solides Ergebnis. Vor allem bin ich stolz, dass ich die Prüfung im ersten Anlauf bestanden habe.

Rückblickend hätte ich noch mehr Zeit in die Bereiche des TYPO3-Backends investiert, mit denen ich im Arbeitsalltag kaum Berührungspunkte habe. Genau dort lagen später einige Fragen, bei denen ich unsicher war. Wenn ich die Zertifizierung irgendwann noch einmal mache, würde ich diesem Teil der Vorbereitung deutlich mehr Aufmerksamkeit schenken.

Was mir die Zertifizierung außerdem gebracht hat

Unabhängig vom Zertifikat selbst hat sich die Vorbereitung im Arbeitsalltag ausgezahlt. Da ich mich so intensiv mit dem Syllabus und den verschiedenen Funktionen im TYPO3-Backend beschäftigt habe, fühle ich mich heute bei vielen Themen deutlich sicherer.

Außerdem habe ich einige Funktionen entdeckt, die mir vorher entweder gar nicht bekannt waren oder die ich nie genutzt habe. Ein kleines Beispiel: Früher habe ich in der Filelist die Metadaten von Bildern einzeln geöffnet, bearbeitet und gespeichert. Heute weiß ich, wie ich die Metadaten mehrerer Bilder gleichzeitig bearbeiten kann. Das spart im Alltag jede Menge Zeit.

Solche kleinen Entdeckungen gab es während der Vorbereitung immer wieder. Für mich war die Zertifizierung deshalb nicht nur eine Prüfung, sondern auch eine Investition in meinen Arbeitsalltag.

Zum Schluss

Meine Unterlagen beziehen sich auf TYPO3 Version 13. Inzwischen gibt es bereits Version 14, wodurch sich auch der Syllabus und Teile der Prüfung geändert haben. Deshalb solltest Du Dich bei Deiner Vorbereitung immer am aktuellen Syllabus orientieren.

Kurz bevor ich die Prüfung abgelegt habe, zeichnete sich bereits ab, dass sie bald auf TYPO3 Version 14 umgestellt werden würde. Das war für mich der Tritt in den Hintern, mich kurzerhand anzumelden, denn ich hatte keine Lust, noch einmal von vorne anzufangen. (Ursprünglich hatte ich schon für TYPO3 Version 12 gelernt …) Im Nachhinein war das genau die richtige Entscheidung.

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Mein Fazit: Nimm die Zertifizierung ernst, aber lass Dich nicht verrückt machen. Mit einer guten Vorbereitung ist sie absolut machbar.

Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg bei Deiner Zertifizierung!

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